Unsere Geschichte

Im Jahre 1922 kauften Paul und Else Ettel das Grundstück im Schwarzen Weg 6. 1929 begannen die Eheleute Ettel dann endlich mit dem Bau ihres Traumes – dem Hotel.

Die Eröffnung des Hotels und des Restaurants wurde am Karfreitag im Jahre 1930 groß gefeiert. Die Anfangszeit gestaltete sich jedoch schwierig. Es gab Stammtische, Tanzveranstaltungen und Skatrunden mit den Einwohnern des Dorfes. Aber erst nach einer schwierigen Anlaufzeit kamen die langersehnten Hotelgäste.

So wohnte auch der erste Gemeindevorsteher von Bad Saarow, Dr Karl Krücke, für längere Zeit im Hotel Ettel. Im Herbst 1930 mietete Paul Lincke, ein berühmter Komponist und Theaterkapellmeister ein Hotelzimmer. Nun wurde auch das Klavier, welches vom Tischlermeister Gustav Ettel, dem Vater von Paul Ettel, gebaut wurde, zunehmend genutzt. Paul Lincke, er galt als Vater der Berliner Operette, spielte und komponierte auf dem Klavier in dem Hotel Ettel.

Am 22.7.1933 brachten die deutsch-tschechische Filmschauspielerin Anny Ondra und der Boxer Max Schmeling Glanz und Glamour nach Bad Saarow. Sie gaben sich in der kleinen Saarower Kirche das Ja-Wort. Das Ehepaar bewohnte ein Jahr vorher das heutige Balkonzimmer Nr. 3. Zu dieser Zeit verfolgte Anny Ondra gemeinsam mit Paul Ettel, am 21.Juni 1932, am Volksempfänger, der im Gastraum stand, die Weltmeisterschaft im Schwergewicht ihres Verlobten gegen Jack Sharkey.

Weitere berühmte Gäste waren der holländische Kammersänger Louis van de Sande und der österreicherische Komponist Emil Nikolaus Joseph Freiherr von Reznicek.

Bei den Einheimischen waren die Tanzveranstaltungen zu den Feiertagen, die Tuniere im Preisskat sowie die jährlich veranstalteten Maskenbälle sehr beliebt.

Zu den damaligen Zeiten gab es im hinteren Teil des Grundstückes ein Eiskeller. Ein Eiskeller war ein doppelwandiger, riedgedeckter Holzschuppen. Wenn im Winter der See zugefroren war, wurden Eisblöcke herausgeschnitten und mit einem Pferdefuhrwerk zum Eiskeller gebracht. Die Männer erhielten als Lohn und Dank für diese schweißtreibende Arbeit ein kräftiges Mahl und ein heißes Getränk. Die Eisblöcke lagerten im Eiskeller, bedeckt mit Sägespänen bis zum Juli. So konnte täglich Eis abgeschlagen und zum Kühlen in den Keller oder in die Küche gebracht werden. Auf diesem heute unvorstellbaren Wege wurden vor 8 Jahrzehnten das Bier gekühlt und verderbliche Lebensmittel gelagert.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, mit dem Einzug der Roten Armee, wurden die Häuser im Schwarzen Weg von den sowjetischen Truppen für einige Zeit besetzt. Während dieser Zeit richteten die Ettels in der Nähe des Pieskower Friedhofes einen Behelfsausschank ein. Nachdem sie dann wieder in ihr Hotel zurückkehren durften, musste erst einmal der abgebrannte Dachstuhl des Hotels wieder aufgebaut werden. Da die sowjetischen Truppen den Brand verursacht hatten, halfen sie beim Aufbau des Dachstuhles.

Nach den schweren Jahren hielt dann wieder die Normalität Einzug in das Hotel Ettel. Aus Altersgründen verpachteten Paul und Else Ettel ihr Hotel im Jahr 1959, später verkauften sie es.

Am 7.4.1961 verstarb Paul Ettel, seine Frau 7 Jahre später.

Im Laufe der Zeit wechselten die Besitzer, das Gebäude und der Name wurden verändert, das Haus aber als Gaststätte und Hotel Pieskow weiter betrieben.

Im Oktober 2009 erwarben Guido Stößer und Frank Kriegel das Anwesen. Das Haus wurde nun wieder so aufgebaut, wie es einst auf Postkarten zu Paul Ettels Zeiten zu sehen war.

80 Jahre nach der ersten Eröffnung, wenige Wochen nach Karfreitag wurde das Hotel nach 6 Monaten Rekonstruktion und Sanierung als Villa Ettel wieder eröffnet.

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